Das Alte Lyon
Written by admin on juillet 30th, 2009Der klassische Rundgang …… ein absolutes Muss …. knisternde Spannung: florentinische Innenhöfe, ein rosa Turm, „Traboulen“ ( geheime Verbindungsgänge zwischen Häusern), die Kathedrale ….. Besichtigen Sie Lyon zur Zeit von Maria von Medici …..
Das Alte Lyon, Streckenplan für die Besichtigung der Höfe und Traboule (Verbindungsgänge zwischen Gebäuden)
Den Streckenplan auf Google Maps sehen und ausdrucken
Besichtigung (Dauer 2 Stunden) :
- Beginn des Weges: Place Saint-Jean. Man kann ein wenig in der Kathedrale im Herzen des Alten Lyons verweilen. Ihre historische astronomische Uhr ist eine der ältesten Europas (geht mindestens auf 1383 zurück) und gibt die genaue Uhrzeit bis zum Jahr 2019 an. Sie schlägt mehrmals am Tag begleitet von einer Figurenparade. Die ENS LYON hat zu dieser Uhr eine wissenschaftliche Seite angelegt. Die Kathedrale wird auch „Primatiale“ genannt (ein außergewöhnlicher Name): Der Erzbischof von Lyon trägt den historischen Titel „Primat des Gaules“(Primas von Gallien). Wenn Sie in der Jugendherberge über Saint-Jean wohnen, können Sie die Kathedrale in einem einzigartigen Licht bewundern, besonders bei Sonnenaufgang-und Untergang. Der Platz Saint-Jean, endlich zur Fußgängerzone ernannt, und der Springbrunnen in seiner Mitte sind attraktive und interessante Fotomotive, und für Verabredungen auch eine Alternative zur Statue von Louis XVI am Platz Bellecour.
- Dieses Stadtviertel hat eine tausendjährige Geschichte. Nach dem zweiten Weltkrieg wäre es beinahe verschwunden, da ein Bürgermeister von Lyon Marinas am Saoneufer anlegen wollte. Dank der Initiativen der Anwohner und des Politikers Moreaux wurde dieses Projekt jedoch eingestellt. Heute ist dieses Stadtviertel Teil des Weltkulturerbes und wird von zahlreichen Besuchern und Touristen bewundert…..auch von Ihnen, wie wir hoffen, denn es handelt sich hier um einen sehenswerten Stadtteil, wo Sie noch den Atem von Lyon’s mittelalterlichen Märkten spüren können.
- Gehen Sie nun zur rue des Antonins (die kleine Straße in der nördlichen Mitte des Platzes) oberhalb des Cafés de la Gargouille, sehr angenehm mit warmen Farben und hübschen Fotos an den Wänden und einem einzigartigen Blick auf den Platz und die Fassade der Primatiale.
- Bei der Hausnummer 3/5 erreichen Sie die erste Traboule. Nichts Ausgefallenes oder auffallend Schönes, aber lebendig: eine Katze, die auf einem Motorrad hockt, ein Busch der zwischen Pflastersteinen wachsen darf. Sie stossen jetzt auf die rue Saint-Jean.

1.Das Haus der Chamarier, Rue Saint-Jean - Photo Lyon-visite.info
- Halt in einem Hof, dessen Restaurierung vor kurzem erst fertiggestellt wurde. Es handelt sich um das Haus der Chamarier mit einer berühmten Feinbäckerei an der Strassenecke (Vorsicht, dichter Strassenverkehr). Verweilen Sie einen Augenblick in diesem Hof um seine Schönheit auf sich einwirken zu lassen. Versetzen Sie sich ins 17. Jahrhundert, als Madame Sévigné hier entlang schritt.
- Gehen Sie nun einige Meter die rue de la Bombarde aufwärts bis zur meist fotografierten Hausfassade des Alten Lyon. Hier bieten sich dem Fotografen interessante Perspektiven. Die Restaurierung des „maison des avocats“ (Haus der Advokaten) hat dem Gebäude wieder Glanz und Farbe gegeben. Welch italienischer, um genau zu sein florentinischer, Flair liegt hier in der Luft!
- Etwas weiter oben bei der Nr.14 der rue de la Bombarde kann man neben dem Geschäft Artisans du monde eine Steintafel sehen, auf der eine Bombarde („ein kurzes großkalibriges Belagerungsgeschütz“-Anmkg. des Verf.) dargestellt wird. Auch hier: Vorsicht, viel Straßenverkehr!

1.Das Haus der Avocats, Das Alte Lyon - Photo Lyon-visite.info
- Gehen Sie nun zurück bis zur rue de Saint-Jean . Bei der Nr. 58 ist mit ein wenig Glück die Eingangstür zum Hof hinter der Crêperie „Au petit glouton“ geöffnet. Wenn auch etwas düster und klein, so befindet sich hier ein hübscher Brunnen gleich neben dem Essraum und der Küche der Crêperie. Bei Betrachtung dieses Brunnens kann man besser verstehen, dass die Bewohner von Fourvière nach Zerstörung der römischen Aquädukte, die sie mit Wasser versorgt hatten, den Hügel verließen und sich hier ansiedelten. Heutzutage soll angeblich noch immer Wasser von Languedoc nach Andalusien geschafft werden.
- Bei der Nr.52 ist ein Halt bei dem Laden Mandragor für allerlei Dinge aus dem Mittelalter geboten: hier gibt es Kettenhemden und Samt, sowie Kleidung aus jener Epoche. Vielleicht eine originelle Geschenkidee? Ein Laden für echte Liebhaber.
- Und nun Ehre, wem Ehre gebührt: bei der Hausnummer 54 befindet sich die längste Traboule des Alten Lyon. Sie gehört mit Sicherheit in das Guinessbuch der Rekorde: Sie verbindet vier Gebäude und vier Innenhöfe.
- Der Ausgang zeigt auf die rue du Boeuf . Wir gehen nun rechts an mehreren Kunstgeschäften entlang, kommen zu dem Viersternehotel La Tour Rose, wo Molière gespielt hat und erreichen schließlich den Place Neuve Saint-Jean. An der Ecke des Place Neuve Saint-Jean und der rue du Boeuf können Sie die Holzstatue eines Ochsen in der Mauerecke betrachten. (Das gleiche gibt es am Place de la Baleine).
- Bei der Nr. 16 rue du Boeuf ist ein hübscher Hof mit einem prächtigen rosa Turm zu sehen, dessen Zylinderform beeindruckt. Bewundern Sie auch die Türen! Gleich neben dem Ausgang sollten Sie einen Blick auf den Hutladen werfen.
- Gehen Sie nun zum Place Neuve Saint-Jean zurück. In dessen Mitte finden Sie einen offenen Hof mit sichtbarem Treppenhaus. Man kann sich hier nicht des Eindrucks von Hitchcock’s „Fenster zum Hof“ erwehren. An der Ecke sieht man die Bäckerei des Palais (boulangerie du palais). Die Kunden stehen oft Schlange und dies aus gutem Grunde: Hier gibt es die für Lyon berühmte Spezialität „brioche pralinée“. Touristen machen von dieser Bäckerei gerne Aufnahmen, sowie von der Apotheke etwas weiter in der Straße.
- Bei dem großen Gebäude, das Sie an der anderen Ecke gegenüber der Bäckerei sehen, handelt es sich um den alten Justizpalast, dem von den Lyonern der Beiname „die 24 Säulen“ gegeben wurde, und zwar wegen der korynthischen Säulen an der Fassade. Das Oberlandesgericht und Schwurgericht des Rhônedepartements tagen noch hier, wo 1945 Charles MAURRAS und 1987 Klaus BARBIE verurteilt wurden. Der Justizpalast hat sein eigenes Gefängnis für besonders langwierige Prozesse. In dem vorrausgehenden Gebäude wurden Hunderte von Personen während der französischen Revolution zu Tode verurteilt und sodann auf dem „Place des Terreaux“ guillotiniert.
- Laufen Sie nun die rue Saint-Jean gen Norden, in Richtung der absteigenden Hausnummern. Bei der Nr.27 erreichen Sie erneut eine Traboule.
- Diese endet bei Nr.6 rue des Trois Maries nach Durchlaufen von zwei gelben Höfen und italienischen Galerien. Die Straße, eine der typischsten vom Alten Lyon, hat die Form eines Bumerangs mit einer gut sichtbaren Kurve. Man glaubt sich im 16. Jahrhundert. Nun geht es links ab in Richtung Place de la Baleine. Achten Sie auf das schöne Straßenpflaster.
- An der Ecke des Platzes und der rue de la Baleine finden Sie die zuvor erwähnte Steintafel, auf der ein Wal dargestellt ist. Im Sommer ist es sehr angenehm etwas in der Kühle des Platzes zu trinken. Im Winter befinden sich hier oft Feuerspucker. Man kann sich unschwer in das Mittelalter versetzen, als jährlich vier große Märkte stattfanden, die Lyon seinen wirtschaftlichen Aufschwung gaben. Dieser wurde dann in der Renaissance durch die Ansiedlung der im Gefolge von Catherine de Médicis anreisenden florentinischen Bankiers verstärkt, die viele der schönen Hotels errichten ließen, so wie sie noch heute existieren.
- Nun geht es weiter in der rue Saint-Jean Richtung Place du Gouvernement.
- Bei der Hausnummer 2 dieses Platzes beginnt eine Traboule mit einer Treppe bis zu einem hübschen Hof, der oberhalb der ehemaligen Pferdeställe der Hotellerie de Saint-Christophe liegt. Dieses Gebäude ist beeindruckend und wirkt nach der kürzlichen Restaurierung fast überladen. Aber sicherlich ist es genau so im 15. Jahrhundert nach seiner Fertigstellung vorzustellen. Sollten Sie die Traboule weiter laufen, würden Sie 10 Quai Romain Rolland erreichen. Wir werden aber zur rue Saint-Jean zurückkehren, weiter in der gleichen Richtung.

Das Haus Thomassin, Place du Change im Alten Lyon - Photo Lyon-visite.info
- Das Haus Thomassin, Place du Change im Alten Lyon.
- Sie befinden sich nun Place du Change. Hier konnte Geld für eine Reise ausserhalb des französischen Königreichs gewechselt werden. Der Palais du Change wird heute als protestantische Kirche genutzt. Bewundern Sie die herrliche Fassade des Hauses Thomassin.
- Auf diesem Platz, der einer der Zugänge nach Saint-Jean ist, gibt es oft live Veranstaltungen.
- Gehen Sie nun rechts vom Palais du Change die rue de la Loge aufwärts, um dann in die rue de la Juiverie einzubiegen. Kurz vorher können Sie einige Stufen des Treppenaufgangs „Montée des Carmes Déchaussés“ (Aufgang der barfüßigen Karmeliter) hinaufsteigen und die Renaissancetreppe am Haus Henri IV bewundern.
- Fast alle Häuserfassaden in der rue de la Juiverie haben etwas Besonderes zu bieten: Gothische Fensterpfosten, ursprüngliche oder von den Bewohnern nachträglich angebrachte Wasserspeier; Theaterateliers, ein Uhrenrestaurator bei der Nr.20, der Uhrmacher von Saint-Paul, wie der Film von Bertrand Tavernier, der hier in diesem Viertel gedreht wurde; ein Bildhaueratelier bei der Nr.15.
- Der Besuch der Kunstgalerie Philibert Delorme bei der Nr.8 ist ein absolutes Muss. Eine Tafel im Hof gibt nähere Erläuterungen zur Errichtung des Gebäudes durch den aus Italien heimgekehrten Architekten. Ein Wunder an Schwerelosigkeit und Symbolik: Dieser Bau verbindet zwei Gebäude so miteinander, wie ein Liebesband zwischen zwei Menschen.
- Sie kommen am „Place Saint-Paul“ an, am Mittelpunkt des Viertels, der wie Saint-Georges und Saint-Jean das Alte Lyon charakterisiert. Die Kirche Saint-Paul wurde innen und außen restauriert. Gleich daneben befindet sich der Place Gerson, eine Oase der Ruhe weit weg vom Lärm der Touristen des Place Saint-Jean. Am Platz Gerson befindet sich ein für das Alte Lyon typisches Café-Theater, wie es mehrere an den Hängen der Croix-Rousse seit den 70er Jahren gibt.
- Sie können nun in aller Ruhe zum Platz Saint-Jean zurücklaufen und dabei noch einiges Neues entdecken.
- Sie haben aber auch die Möglichkeit, den Rundgang zu den bemalten Hauswänden Lyons anzuschliessen. Hierfür brauchen Sie nur über die Fußgängerbrücke La passerelle de Saint-Vincent zu gehen in Richtung der bemalten Wand, die berühmte Persönlichkeiten aus Lyon darstellt. Dieser Rundgang führt Sie dann wieder zum Place du Change in der Nähe der bemalten Wand am Cour des Loges zurück.
Hier geht es zu dem Rundgang zu den bemalten Hauswänden:
http://www.lyon-visite.info/murs-peints/
Viel Freude bei Ihrem Besuch wünscht Ihnen
Gilles von Lyon-visite.info
Monika Abbey, translations